Eva Lettenbauer zu Besuch an der Maria-Ward-Realschule Wallerstein
Inzwischen hat das Aufenthaltsraum-Sofa der Maria-Ward-Realschule Wallerstein schon beinahe Talkshow-Charakter, letztes Jahr stellte sich hier Herr Fackler von der CSU den kritischen Fragen der Schüler/innen und in diesem Jahr kam Frau Lettenbauer von den Grünen zu Besuch.
Die junge und frisch gewählte Landtagsabgeordnete sorgte mit ihrer ungezwungenen und freundlichen Art für eine wirklich entspannte Atmosphäre und so legten die Zehntklässler/innen schnell ihre Hemmungen ab und fragten alles, was sie gerne wissen wollten.
Eva Lettenbauers Einstieg in die Politik begann mit dem Atom- Unfall in Fukushima 2011, wo sie bei Veranstaltungen gegen die Atomenergie einen ersten Kontakt zu Politikern der Grünen hatte. Über eine dreijährige Mitgliedschaft in der Jugendorganisation der Grünen und ihrem damaligen Aufstieg zur Vorsitzenden in Bayern hat es die heute 26- Jährige bis in den Landtag geschafft und sie findet es immer wieder motivierend, dass sie in diesem Plenum mit abstimmen und Vorschläge/Wünsche einbringen darf und so ganz konkret Dinge verändern kann. Das macht sie stolz und sie sprüht vor Ideen, die sie mit ihrer Partei gerne umsetzen möchte. Das junge Alter ist hier auch kein Hindernis, da jeder, der sich gut vorbereitet hat und über Sachkenntnis zu seinem Thema verfügt, auch zu Wort kommt und ernst genommen wird.
Die Schüler/innen stellten dann zu den unterschiedlichsten Themen Fragen, die von der Politikerin sehr ausführlich und kompetent beantwortet wurden.
Das Volksbegehren ,,Rettet die Bienen“ beispielsweise unterstützt sie natürlich, allerdings wünscht sie sich auch unbedingt eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Landwirtschaft, damit diese vorangetrieben wird und nicht auf der Strecke bleibt.
Kritisch sieht sie die vielen unterschiedlichen Label für Bioprodukte, die keinen einheitlichen Standards unterliegen und zu wenig Verlässlichkeit für den Verbraucher darstellen. Hier würde sie ein einziges Siegel befürworten, welches dann klare Vorschriften beinhaltet und auch konsequent kontrolliert wird.
Neben weiteren Bereichen wie Pflege, Klimaschutz, E- Autos etc. ist ihr ein sehr wichtiges Anliegen, dass der europäische Gedanke unbedingt erhalten werden muss, da die meisten Probleme unserer Zeit nicht in Kleinstaatlichkeit gelöst werden können. Bei der anstehenden Europawahl können die Schülerinnen und Schüler noch nicht mitwählen, trotzdem müssen sie aufgeklärt und informiert werden, damit antieuropäische Parteien nicht überhand nehmen und manch Gesetzesvorhaben blockieren können.
Nach eineinhalb Stunden erntete sie vom Publikum (9. und 10. Klasse) großen Applaus und eine interessante und abwechslungsreiche Talkrunde ging zu Ende.







