Ein Schrecken mit einem guten Ende
Der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien begann mit einer großen Aufregung, denn wir Schüler aus der 6. Klasse suchten ganz aufgelöst im ganzen Schulhaus nach der Frau Paulus. Denn sie als Biologielehrerin wusste sicher Rat! Was war passiert?
Gerade eben, als wir ins Schulhaus gehen wollten, sahen wir, wie ein größerer Vogel sich mit einem hängenden Flügel hinter einen Schneehaufen am Zaun gegenüber vom Schultor in Sicherheit bringen wollte. Moment mal! - dachten wir. War das nicht eben ein verletzter Habicht oder zumindest ein Falke? Aber wie fängt man so einen wehrhaften Vogel mit dolchspitzen Krallen und einem scharfen Schnabel ein? … Schnell also ins Schulhaus und fachkundige Verstärkung suchen. Aber Frau Paulus war noch nicht im Haus, dafür aber die Frau Fischer. Schnell schilderten wir die Situation und Frau Fischer holte sofort ein größeres Handtuch und dann ging es auf die Jagd. Auch andere Schüler hatten inzwischen den Raubvogel aufgespührt und versuchten ihn vergeblich zu fangen. Trotz seiner Verletzung war er sehr wendig und außerdem sicherlich in Panik. Frau Fischer hielt das Handtuch auf und wir trieben ihr den Vogel zu. Schnell warf sie dem Tier das Tuch über den Kopf und dann war erst einmal Ruhe. Nichts bewegte sich mehr. Der Vogel wurde behutsam eingewickelt und mit größerer Begleitung ins Schulhaus gebracht. Doch was nun? Es war noch zu früh, um bei irgendeinem Tierarzt anzurufen. Eine Transportbox hatten wir auch nicht zur Hand, also trug Frau Fischer das Bündel die ganze Zeit wie ein Baby auf dem Arm herum. Dabei gelang dem Falken (?) in der 8.Klasse auch kurzzeitig die Flucht und die Schüler konnten sein schönes Gefieder bestaunen. Mit vereinten Kräften wurde der Ausreißer wieder eingefangen und im Handtuch ruhig gestellt. Inzwischen erreichten wir telefonisch die Tierarztpraxis Dr. Seiler in Minderoffingen. Dorthin wurde unser Findel“vogel“ gebracht, untersucht und geröntgt. Knochenverletzungen konnten dabei Gott sei Dank nicht festgestellt werden. Aber unser noch recht benommener Vogel sollte sicherheitshalber noch bei einem erfahrenen Greifvogelkundler unter Beobachtung gestellt werden. Dieser wohnt allerdings in Ellwangen. Also begaben sich Frau Fischer und ihr Mann auf Vogel(um)zug zur NABU Wildvogelstelle in Ellwangen zu Herrn Reinhold Schuster. Dieser erwartete seinen Neuzugang schon und hatte ihm einen geräumigen Käfig vorbereitet. Zunächst wurde er noch einmal untersucht und begutachtet. Nun stand es auch endgültig fest – unser ER war eine SIE! Es war ein junges Sperberweibchen, das wahrscheinlich auf der Jagd nach einem Spatzen (Lieblingsbeute!) gegen eine Mauer geflogen sein und sich dabei verletzt haben könnte.
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Da sieht man es mal wieder, wenn die Mädchen sich etwas einbilden, dann gehen sie auch manchmal mit dem Kopf durch die Wand. (J J) Lukas Feldmeier, Jan Springer, Valentin Strehle (Kl.6) und Frau Fischer
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